2007-08-15

Warum Israel so nicht kritisiert werden kann

Matthias Küntzel hat eine sehr lesenswerte Antwort auf den von Alfred Grosser (der im übrigen die Verleihung des Börne Preises an Henryk M. Broder 
ablehnte) 
verfassten Text "Warum ich Israel kritisiere" veröffentlicht.

Zitat:
„Ich wurde als Jude von den Deutschen verachtet“ – mit diesem Satz leitet der französische Politikwissenschaftler Alfred Grosser, seinen Beitrag „Warum ich Israel kritisiere“ ein.

Er ist nicht der einzige, der Wert darauf legt, Israel als Jude zu kritisieren:
In Deutschland fordert eine Gruppe deutscher Jüdinnen und Juden, den Boykott der Hamas zu beenden, in den USA schlagen jüdische Autoren wie Tony Judt die Auflösung Israels als jüdischen Staat vor, in Großbritannien distanzieren sich 350 Independent Jewish Voices von der Pro-Israelhaltung ihres Dachverbandes.
Einige von ihnen, so der Historiker Eric Hobsbawn oder der Dramatiker Harold Pinter, scheinen ihr Jüdisch-Sein erst jetzt, als Israel-Kritiker, entdeckt zu haben, was ihnen eine größere mediale Aufmerksamkeit verschafft. Denn die Überzeugung, dass Juden über den Verdacht des Antisemitismus erhaben und deshalb besonders glaubwürdig sind, ist Common Sense.

Die Überschrift des Textes macht die Art und Weise des Kritisierens zum Thema
und so kommt Künzel leider nicht umhin der Möglichkeit der "Israelkritik" ein 
Hintertürchen 
zu öffnen und auf die Arbeitsdefinition der EU für die Beurteilung illegitimer, 
d.h. antisemitisch 
motivierter Kritik hinzuweisen. 

Dies erscheint recht eigenartig, wenn man 
bedenkt das vermutlich der allergrößte Teil der "Israelkritik" diese Regeln schnell überschreitet.


(...)
Bekanntlich ist auch Israel kein Hort der Tugendhaftigkeit.
Auf der einen Seite muss Israels Regierung wie jede andere demokratisch gewählte Regierung dieser Welt kritisiert werden.
Auf der anderen Seite ist das europäische Denken seit Jahrhunderten mit antijüdischen Mustern durchsetzt – da ist keine Kritik an Juden oder an Israel vor antisemitischen Stereotypen a priori gefeit.

Immerhin hat eine Arbeitsdefinition der EU für die Beurteilung, wann die legitime Kritik aufhört und der Antisemitismus beginnt, einen Rahmen gesetzt:

1. Wenn die israelische Politik mit Nazipraktiken gleichgesetzt wird oder Symbole und Bilder des klassischen Antisemitismus auf Israel übertragen werden;
2. Wenn Israel das Recht zu existieren, abgesprochen wird;
3. Wenn ein doppelter Standard angelegt und von Israel verlangt wird, was niemand von einem anderen demokratischen Staat erwarten oder fordern würde.


Diejenigen, die diesen Kodex verletzen, müssen deshalb noch keine Parteigängern des Nazi-Antisemitismus sein. Und doch bahnen sie den Weg für jene, die bereit sind, den Krieg gegen Israel auch mit Atomwaffen zu führen.

Heute wird Israel in einer Zangenbewegungen attackiert: Hier die eliminatorischen Antisemiten vom Schlage eines Ahmadinejad oder einer Hamas, die ihr „Wissen“ über Juden aus den Protokollen der Weisen von Zion ziehen, dort die nichtjüdischen wie jüdischen fellow travellers des Antisemitismus in den progressiven Bewegungen und Regierungen des Westens, die den iranischen Versuch, Israel zu delegitimieren, mit gedämpftem Echo aufgreifen und weitertragen.

2007-08-12

Wie geht es eigentlich Ariel Sharon?

Obwohl bereits seit längerem diverse Biographien über Ariel Sharon erschienen sind liegt er nach
wie vor im Koma in einem Tel Aviv `er Krankenhaus.



So endet etwa das 2005 erschienene Werk von Gadi Blum und Nir Hefez: 

"Am 28. Mai wurde Sharon in das Sheba Hospital östlich von Tel Aviv verlegt, wo seine 
Frau Lily gestorben war. (...) 
Seine Ärzte geben ihm so gut wie keine Chancen, dass er jemals wieder das Bewusstsein 
erlangen könnte. 
Doch im Sommer 2006 hegen seine Söhne Omri und Gilad, die auch die Vormundschaft 
ausüben, noch immer die Hoffung, das ihr Vater mal wieder das Unmögliche schafft und 
doch noch einmal zurückkehrt ins Leben"
Der Spiegel hat einen Artikel zur aktuellen Situation Sharons veröffentlicht, der allerdings nicht
ohne Häme über den isralischen Politikbetrieb auskommt.

Even Comatose, Israel's Sharon Casts a Long Shadow

2007-08-08

Pater Rydzyk

Nicht das uglydresden ein besonderes Faible für wirre, meist katholische Geistliche hat, aber manche Meldungen aus dem christlichen Vereinsleben dürfen nicht unkommentiert bleiben. Vor allem nicht dann, wenn sich Antisemiten so explizit äußern wie Tadeusz Rydzyk aus Polen.



Die Welt schreibt heute über ein Treffen des Papstes Ratzingers auf seiner Sommerresidenz mit dem polnischen Redemptoristen-Pater und Medienunternehmer Rydzyk.

Rydzyk betreibt in Polen den national-katholischen Radiosender „Radio Maryja“ sowie den katholischen Fernsehsender „TV TRWAM“ und die Tageszeitung „Nasz Dziennik“. Er steht der rechten "Liga polnischer Familien" nahe.

Anfang Juli 2007 ließ er durch eine verbale Entgleisung während einer Vorlesung an der Hochschule für Sozial- und Medienkultur aufhorchen:
Er warf Präsident Kaczyński "Ergebenheit gegenüber dem Judentum" vor und bezeichnete dessen Frau buchstäblich als "Hexe".

Diese Äußerungen wurden durch einen (von einem Studenten erstellten) Mitschnitt in der Öffentlichkeit bekannt und lösten massive Kontroversen aus.

Gemäß "Welt" titelte die israelische Zeitung „Jedijot Achronot“:

„Der Papst gab antisemitischem Priester den Segen“. 

Der Europäische Jüdische Kongress zeigte sich wegen der Begegnung "schockiert". (...) DerKongress sei "erstaunt, dass Papst Benedikt XVI. einen Mann und eine Institution mit einer Privataudienz und seinem Segen bedacht hat, der den Ruf der polnischen Kirche beschädigt hat", hieß es in einer Erklärung. Rydzyks anti-semitische Äußerungen seien weithin bekannt.
Der Sender "Radio Maryja ", der von rund vier Millionen Menschen regelmäßig gehört werde, sei bekannt für seine nationalistischen und anti-europäischen Ansichten, schrieb die Zeitung. Rydzyk leugne zudem den Massenmord an den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.
(...)
Ende Juli 2007 wurde bekannt, dass Israel von der polnischen Regierung und der katholischen Kirche in Polen mit großem Nachdruck die Untersuchung erst jetzt bekannt gewordener Äußerungen Rydzyks aus dem Frühjahr 2007 fordert, in denen er Juden als habgierig bezeichnet und erklärt haben soll, der polnische Staatspräsident Lech Kaczyński sei den Juden unterwürfig und dienstbar.
Der israelische Botschafter in Polen, David Peleg, nannte dies "einen der schlimmsten antisemitischen Ausfälle seit Jahrzehnten".

2007-08-06

Pfaffen für die Arbeit oder: Ansichten eines Clowns

Das, manchmal atlantische, meist jedoch nur stockkonservative Wurschtblatt "Cicero" hat in seiner aktuellen Ausgabe nicht nur wieder tolle Satiren zu bieten wie z.B:
"Dieter Hildebrandt - Warum ich kein Nazi war"
Man lässt diesmal auch Rudi Dutschkes Ossi-Brüder erzählen:
"Vater hat immer gesagt: `Rudi, du wirst noch mal General!` Rudi hat immer gern die Landser-Hefte von unserem Vater gelesen"
Na, ja General ist ja auch irgendwie geworden.

Absolut bermerkenswert, weil köstlich dumm ist jedoch nebenstehende Anzeige der "NSM".

Verantwortlich zeichnet sich die unausprechliche und ziemlich rechte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (die eine...) "überparteiliche Reformbewegung von Bürgern und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland" ist und sich das Kürzel "insm" gegeben hat.

Äußern darf sich diesmal vor dem Amt (bzw. vor dem Herrn) der sonst auch E-Gitarren spielende "Abtprimas des Benektinerordens" Notker Wolf.
Er belehrt die Faulen und Müßiggänger, die vermutlich nicht in der Cicero Leserschaft zu finden sind:


Hr. Wolf, welches Verhältnis haben Sie zu Arbeit?
"Das Motto meines Ordens, "ora et labora", nehme ich ernst. Arbeit gehört zum Leben, weil sie eben nicht nur notwendige Pflicht, sondern auch Sinnerfüllung ist.
Was halten Sie von der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland?
Wenig, weil Beschäftigung immer nur mit finanziellen Fragen verbunden wird. Soziale Gerechtigkeit bemisst sich aber nicht in Euro und Cent. Wir müssen jeden Einzelnen fragen: Bist du wirklich bereit, eine Arbeit anzunehmen, auch wenn sie schlecht bezahlt ist?
(...)
Aber es will doch nicht jeder Arbeits lose dem Staat auf der Tasche liegen?
Das behaupte ich ja auch gar nicht. Der Politik muss ich aber vorhalten, dass sie jahrzehntelang ein falsches Verständnis von Arbeit propagiert hat. Arbeit wurde immer mehr als Zumutung angesehen. Dieser Weg war falsch. Auch die Politik muss erkennen: Nichts zu tun, ist wider die Natur des Menschen. Das Kapitel der Benediktusregel über die Arbeit beginnt mit den Worten: "Müßiggang ist der Seele Feind."
Da habt ihrs ihr Sau Preissn!
Mal sehen was die Titanic draus macht ;-)

2007-07-29

No problems on Dafur?

Wie ynetnews.com berichtet hat der sudanesische Verteidigungsminister Abdel Hussein eine "jüdische Verschwörung" um den Massenmord in Darfur ausgemacht.
So hiess es in einem Interview mit einer saudi-arabischen Zeitung:

"24 jüdische Organisationen würden den Konflikt in Dafur befördern, indem sie enorme Propaganda (Anm.: gegen den Sudan) betrieben und den Holocaust dafür missbrauchen."
Der Journalist der Zeitung fragt weiter:
"Unterstützen diese jüdischen Gruppen die Rebellen finanziell?".
Die Antwort des Verteidigungsministers ist erwartungsgemäß:
"Ja, sie unterstützen diese politisch und materiell durch ihre Kontrolle der amerikanischen und britischen Medien"
Darüber hinaus leugnet er den Massenmord seiner Regierung durch die arabischen Dschanschawid-Reitermilizen. Zudem wird erwähnt das sich die sudanesische Regierung verärgert darüber zeigt das Israel sudanesische Flüchtlinge aufnimmt.

Tatsächlich ist es so das sich in die Unterstützung der "Safe Dafur Coalition" nicht nur das United States Holocaust Memorium Museum, sondern auch diverse jüdische Organisationen unter der Vielzahl von Bürgerrechtsgruppen und NGO`s befinden.
Diese haben es sich zum Ziel gemacht auf die Katastrophe aufmerksam zu machen und Druck auf internationale Organisationen auszuüben, um das Morden zu beenden.


Gleichwohl scheint dies kein Thema in Deutschland zu sein. Stattdessen wird auch hier das die Situation in Dafur verharmlost, geleugnet oder wie in der
"Jungen Welt" ein etwaiges Eingreifen als "imperialistisch" begriffen, also das Geschäft der sudanesischen Regierung betrieben.

So berichtet etwa der
Tagesspiegel über den "Sudan-Tag" im "Ägyptischen Museum Berlin":

"Das Ägyptische Museum Berlin funktionierte seinen Sudan-Tag an diesem Wochenende kurzerhand zu einer politischen Veranstaltung der besonderen Art um.

Es sei ihm ein Bedürfnis, die „Realität des heutigen Sudan“ darzustellen, begründete Museumsdirektor Dietrich Wildung im voll besetzten Vortragssaal im Pergamonmuseum, warum sich die Archäologen der Krisenregion Darfur widmeten.

Das Credo: Die international geächtete Regierung in Khartum ist besser als ihr Ruf, die weltweiten Berichte über die Massaker an Zivilisten auf Befehl oder mit Unterstützung Khartums sind falsch oder maßlos übertrieben – meist aus Eigeninteresse der Handelnden.
Das gelte für praktisch alle: die Vereinten Nationen, Regierungen, Hilfsorganisationen, Journalisten."

(...)

In einem sehr emotionalen Vortrag verglich der Geologe und Geograph Stefan Kröpelin von der Uni Köln, der seit 27 Jahren im Sudan forscht, die Berichte über Darfur mit den US-Vorwürfen vor dem Irakkrieg.

So wie dort keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden seien, gebe es keinen Beweis für einen Völkermord oder systematische Massenmorde. Das sei eine „in die Welt gesetzte Behauptung“.

Es gebe wohl Tote, aber keinesfalls in dem Ausmaß. Die Reitermilizen, die nach UN-Erkenntnissen systematisch gegen Zivilisten vorgehen, Häuser niederbrennen, Frauen vergewaltigen, habe sich „jemand als klassischen Buhmann ausgedacht“.

(...)

Kröpelins Vermutung: Es geht ums Öl.
Die USA wollten es fördern, per Pipeline an die Küste Kameruns bringen, dann sei es nur noch ein Katzensprung nach Amerika. Deshalb würden die Rebellen – welche der inzwischen auf ein gutes Dutzend gewachsenen Gruppen, sagte Kröpelin nicht –, von „westlichen Militärquellen“ mit Waffen und Fahrzeugen unterstützt.

So bildeten 200 US-Marines Rebellen aus. Journalisten warf er vor, sich oberflächlich zu informieren, einseitig zu arbeiten und „absurde“ Vorwürfe zu erheben. Als Beispiel nannte er das Magazin Geo, das in der Juniausgabe einen Darfur-Bericht mit Schwarz-Weiß-Fotos illustrierte: „Das erinnert in der Machart an dunkle Zeiten im Dritten Reich.“
For further informations look here please:
Safe Darfur Coalition
United States Holocaust Memorial Museum
Eyes on Dafur

2007-07-16

Endlich Sommer(-loch) - Ein Blick in die Mülltonne

Obwohl der versammelten deutschen Linken weder Humor, noch ausgeprägte Wetterfühligkeit nachgesagt wird scheinen die zuletzt steigenden Aussentemperaturen die Gemüter erheblich erhitzt zu haben.

Ein paar Köstlichkeiten aus den letzten Tagen:


In Dresden etwa haben sich trotz erfolgter Räumung einige BesetzerInnen erneut ein wildes Grundstück angeeignet, auf dem demnächst ein Wohnhaus mit Tiefgarage und Supermarkt gebaut wird. Nun versuchen sie sich, zwischen Steinen und Staub in sisyphoshafter Weise an der Begrünung des Geländes und an der Abschaffung des Denkens:

"Dresden: geräumte Brache erneut besetzt
Die BesetzerInnen der Freifläche Kamenzer Straße sind dabei, sich ihren Platz erneut zurückzuerobern, nachdem die Brache am Dienstag von Polizei und Ordnungsamt geräumt wurde. Dagegen protestierten etwa fünfzig Menschen seit dem frühen Dienstagmorgen, es gab mehrere Sitzblockaden, Musik und ein Protestfrühstück. Heute nun freuten sich die NutzerInnen beim gemeinsamen Frühstück über den wiedereroberten Platz, es kamen weitere Blumen zu den bereits gepflanzten hinzu, große und kleine Menschen schaufelten Erde hin und her, der Eingang wurde vergrößert und Pläne für die weitere Nutzung des Geländes wurden geschmiedet…"
Einer der Protagonisten verkündete bereits öffentlich das er auf der Suche nach seinen "germanischen Runen" ist und auch die Website bietet genügend Spass für alle FreundInnen des schlechten Geschmacks. Wer ein bißchen rumklickt findet auch das ein oder andere Herman Göring Zitat ;-)

Szenenwechsel: Lübeck
Eine so genannte antispeziesistische Demonstration, man höre und staune für die "Schliessung des Lübecker Tierparks" zieht laut indyfadamedia immerhin 150 Personen an. Der Tierpark befindet sich bezeichnenderweise in einem Stadtteil namens "Israelsdorf"
"Zahlreiche Fahnen der ‚Antispeziesistischen Aktion’ wehen in der heißen Sommerluft. Mit lautstarken Rufen wie „Tierbefreiung an jedem Ort – Tierpark schließen jetzt sofort!“ und zahlreichen Flyern wird in den nächsten zwei Stunden auf das zentrale Ziel der Demonstration hingewiesen: Die sofortige Schließung des Tierparks Lübeck-Israelsdorf, in dem noch immer 110 nichtmenschliche Tiere ein Leben in Gefangenschaft hinter Gittern und Mauern verbringen müssen.

"Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus", sagt eine Rednerin und nimmt somit Bezug auf die zivilisationkritischen Schriften von Adorno und Horkheimer. Die haben in der 'Dialektik der Aufklärung' schon früh auf die wechselseitige Abhängigkeit von menschlicher und tierlicher Unterdrückung hingewiesen."
Schon irgendwie eigenartig.
In einem israelischen Zoo jedenfalls ist ein goldenes Äffchen zu Welt gekommen, was irgenwie sympahtischer ist als die Zottel von den Tierbefreiern und es scheint ihm in dem Tierpark zu gefallen. Look here.

Als die Demo bei der Lübecker, von Nazis, Tierbefreiern und ja auch Kreuzbergern verhassten McDonalds Filiale vorbezog ging es kurz noch hoch her:
"Die Anwesenheit der Schergen wurde im Laufe der Demonstration zunehmend spürbarer: Bei McDonald’s wurden Demoleute von sichtlich überforderten, schwitzenden Polizeikörpern geboxt. Bei dem Versuch, DemonstrantInnen auf die rechte Fahrbahnseite abzudrängen, kam es zu einer versuchten Festnahme."
Hier dokumentiert fand sich der Aufruf zu einer Demo die nicht nur Leuten gefallen dürfte die für "nichtmenschliche Tiere" bremsen und, ganz ehrlich, nachdenklich macht ;-)

"Kein Mc Donald’s in Kreuzberg – Aufruf zum Mc Widerstand!
Demonstration am Sa, 4. August 2007 in Berlin!

Fast 40 Millionen Bundesbürger sind zu dick - allein 2 Millionen Kinder. Jeder 2. Erwachsene und jedes 7. Kind. In den vergangenen 15 Jahren hat sich Übergewicht und Fettleibigkeit in manchen Städten bei Schülerjahrgängen verdoppelt bis verdreifacht. Es ist durchaus kein Geheimnis, dass der Grundstein für eine gesunde Ernährung schon im Kindesalter gelegt wird.









Nun soll hier in Berlin Kreuzberg, in der Wrangelstrasse 35, ein McDonalds eröffnet werden, genau gegenüber einer Schule. Krankheiten, die längst als überwunden galten, sind wieder im Kommen. Die Vitaminmangelkrankheit Skorbut ist bei den Menschen, die sich regelmäßig von Fast Food ernähren, auf dem Vormarsch. Die Produkte von McDonalds enthalten Geschmacksverstärker, die in ihrer Kombination das künstliche Bedürfnis nach mehr Essen verursachen. Fettleibigkeit und ernsthafte Gesundheitsprobleme können die Folge sein.

(...)
Wenn sich dieser ausbeuterische, profitgeile, krankheitsbringende und erdzerstörerische, kapitalistische multinationale Konzern schon weltweit wie die Pest ausbreitet, sollte zumindest in KREUZBERG Endstation sein."
Bei weiterem Interesse findet sich hier ein weiterer Artikel zum nachlesen "Frittenalarm im Falafelkiez"

Von einem
Computerspiel was all diesen Leuten gefallen dürfte berichtet der Spiegel, denn das iranische "Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen" hat ein Ego Shooter herausgegeben in dem künftige "Märtyrer" den Befreiungseinsatz iranischer Atomwissenschaftler und anderweitigen "Geiseln" in israelischer und amerikanischer Hand proben können.

"Das Spiel ist ein Egoshooter - aber ein ganz friedlicher, glaubt man dem Generalsekretär der Studentenunion Mohammad Taghi Fakhrian: "In diesem Spiel werben wir nicht für Terrorismus und Gewalt. Weil man darin iranische Geiseln befreit, werben wir für Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung unseres Landes."
(...)
Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet, "ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln und sich gleichzeitig auf das Nuklearthema zu konzentrieren", erklärte Fakhrian. Die hierzulande verbreitete Sorge über mögliche schädliche Auswirkungen von Spielen, in denen man auf Menschen schießt, gibt es in Iran offenbar nicht. Das Spiel, teilte die in Teheran ansässige "Mehr News Agency" mit, werde zu einem ermäßigten Preis angeboten werden, damit es "für alle Kinder verfügbar" ist."

2007-07-05

Kameraden im Gespräch

"Betrachtet man die Sachlage des Vorfalls ganz nüchtern, so müssen wir leider feststellen, dass ein Angriff durch militante Neonazis nicht schlimmer hätte aussehen können.“ (Antifa Infoportal Magdeburg)

Nicht zum ersten Mal wurde bekanntlich am 27. Juni zum wiederholten Male eine israelsolidarische Veranstaltung des „Antifaschistischen Infoportals“ von militanten AntiimperialistInnen angegriffen.

In der, um keine Lüge verlegenen „Jungen Welt“ ist nunmehr ein Interview mit einer der AngreiferInnen erschienen das hier auszugsweise dokumentiert werden soll.

Zitat gefällig?

„Ihnen wurde in der letzten Woche der Zutritt zu einer vom »Antifa-Infoportal Magdeburg« (AIP) und dem örtlichen Studentenrat der Universität organisierten Veranstaltung verwehrt, die unter dem Motto »Zur Kritik des Antisemitismus und des Antiamerikanismus« stand. Wie kam es dazu?

Sozialrevolutionäre und antiimperialistische Standpunkte waren dort offenbar nicht erwünscht. Wir sind dort hingegangen, um eventuelle rassistische Äußerungen auf einer Veranstaltung mit »linkem Anstrich« nicht unkommentiert zu lassen.
Der Kommentar der linksdeutschen Magdeburger Kameradschaften bestand dabei in Steinen, Pfefferspray und Schlägen, aber schuld sind die natürlich „Antideutschen“ die die „klugen“ Einsichten des Magdeburger Antiimperialismus berechtigterweise keinen Raum geben wollten.

Doch weiter:

(Zitat) „In der jüngsten Vergangenheit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen »Antideutschen« und Mitgliedern Ihrer Gruppe, der »Autonomen Antifa Magdeburg« (AA/MD) und der »Frauengruppe Magdeburg«. Schwächt dieser anhaltende Streit nicht im Endeffekt die Linke und stärkt die Neonaziszene in Ihrer Stadt?

Nein. »Antideutsche« sind in Magdeburg ein »zugezogenes« Problem und spielen hier politisch dementsprechend keine Rolle. Drei, vier von ihnen können vielleicht eine Internetpräsenz gewährleisten, aber keine Politik auf der Straße betreiben. Das AIP hat real keine konsequente antifaschistische Praxis. Wir orientieren unsere politische Arbeit an den realen Bedingungen vor Ort, nicht an »Antideutschen«.

Natürlich können die antideutschen Außerirdischen nur zugezogen sein, eine echter Madgeburger beschäftigt sich nicht mit einer Kritik des Antisemitismus, sondern verprügelt üblicherweise Nichtdeutsche, oder eben KritikerInnen des Antisemitismus.

Darüber hinaus, jedoch...

(Zitat) „Wir beteiligen uns an Antikriegsprotesten, sozialen und Frauenkämpfen und dem Widerstand gegen Neofaschisten. Vor diesem Hintergrund können wir auch weder offenen Rassismus Muslimen gegenüber noch Imperialismusverherrlichung dulden.

Total durchgedreht ist „Anna Winke“ dann hier:

(Zitat)
„Wie gedenken Sie zukünftig mit derartigen Veranstaltungen in Magdeburg umzugehen?

Nach den vergangenen Auseinandersetzungen und offen reaktionären Veranstaltungen wird es für uns wichtig, diese zu boykottieren und das AIP politisch zu demaskieren.

Mit reaktionären Veranstaltungen ist etwa eine Gedenkveranstaltung zu Befreiung von Auschwitz im Januar 2007 gemeint, nach der mutmaßlich die gleiche Bande VeranstaltungsteilnehmerInnen angriffen, die eine Israelflagge mit sich trugen.

Further information
AIP MD
via Cliff Cosmos
via Riotpropaganda
Hören: Radiobeitrag auf Radio Corax